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 In Teil 2 geht es um die PowerPoint-Corporate-Template – die Folienvorlage, anhand derer Copilot die Gestaltung und Struktur deiner Präsentationen ausrichtet. Copilots Agent Mode in PowerPoint analysiert deine Vorlage, um Layouts, Objekte (Textboxen, Formen, Bilder, Datenvisualisierungen) und deinen Prompt zusammenzuführen und markengetreue Folien zu generieren. Das ist kein simples Theme-Anwenden – Agent Mode versteht und repliziert den gesamten Präsentationsansatz deiner Marke.

 

Wichtig vorab: Agent Mode (einschließlich Brand Kit) ist derzeit in PowerPoint für Windows im Insiders Beta Channel verfügbar. Die folgenden Richtlinien gelten aber generell für jede gute Copilot-optimierte Vorlage. Außerdem: Vorlagen müssen in PowerPoint für Windows oder Mac erstellt werden – nicht im Web.

Schritt 1: Beispiel-Folien als Lerngrundlage bereitstellen

Agent Mode lernt aus den Beispielfolien in deiner Vorlage. Deine Vorlage sollte daher repräsentative Folien enthalten, die zeigen, wie dein Unternehmen typischerweise Inhalte präsentiert – je realistischer und vielfältiger die Beispiele, desto besser kann Agent Mode die Designmuster erkennen und anwenden.

 

Empfohlene generische Layout-Typen:
Layout-Typ Beschreibung
Title Startfolie mit Präsentationstitel
Agenda Übersichtsfolie über Inhalte
Section Header / Section Divider Abschnittstrenner
Content Text, Aufzählungen, Icons, Schwerpunkte, Bildlayouts
Data Visualization Tabellen, Diagramme, Statistiken, Dashboards
Timelines Zeitliche Abläufe
Process Diagrams / Flow Charts / Lists Prozessdarstellungen (zirkulär, Block), Flussdiagramme
Quotes / Statements / Testimonials Zitate und Kernaussagen
Q&A Fragen und Antworten
Summary / Key Takeaways ZusammenfassungsfolienZusammenfassungsfolien
Conclusion / Thank You / Next Steps Abschlussfolien

Szenarioabhängige Folienarten, die du ergänzen kannst: Vorstellungsfolien (Introductions/Biographies), Team-Slides, Kontaktfolien, Karten, Kalender, Case Studies oder weitere unternehmensspezifische Layouts. Diese sind keine Pflicht, aber je besser die Abdeckung verschiedener Layouttypen, Folientypen und Objektstile, desto bessere Ergebnisse liefert Copilot.

Schritt 2: Content-Dichte und visuellen Stil demonstrieren

Innerhalb der Beispielfolien solltest du zeigen, wie deine Marke unterschiedliche Szenarien handhabt:
Content-Dichte:
  • Leicht (Light Density): Nur Titel/Untertitel, großzügiger Weißraum
  • Mittel (Medium Density): Ausgewogene Layouts, z. B. Text auf einer Seite und ein großes Bild auf der anderen
  • Hoch (Heavy Density): Inhaltsreiche Folien mit minimalem Weißraum – dichter Text, Mehrspalten-Layouts, detaillierte Diagramme oder Tabellen
Visueller Stil:
  • Farbverwendung über verschiedene Folientypen und Elemente (Diagramme, Charts etc.)
  • Typografie-Hierarchie mit Beispielen für Überschriften, Unterüberschriften und Fließtext
  • Icon-Stile und deren Einbindung in Layouts
  • Farbvarianten von Folientypen, z. B. verschiedene Abschnittsfolien in unterschiedlichen Markenfarben
Fotografie- und Bildstile: Zeige repräsentative Produkt- oder Service-Bilder und stelle mit mehreren Folienbeispielen dar, wie dein Unternehmen Bilder verwendet – z. B. Vollbild-Hintergründe auf Titelfolien oder eingebettete Bilder auf Inhaltsfolien.
Datenvisualisierung: Zeige Layouts für hervorgehobene Statistiken, Key Takeaways sowie Beispiele für Charts, Tabellen, Prozesse, Timelines, Diagramme und Infografiken im Markendesign.

Schritt 3: Slide Master einrichten

Wechsle in die Folienmaster-Ansicht: Ansicht → Folienmaster (im Bereich „Masteransichten“).
Hierarchie: Die oberste Folie ist die Masterfolie. Alle Elemente und Definitionen auf der Masterfolie werden an die darunter liegenden Layoutfolien vererbt. Änderungen an Hintergründen, Logos, Schriftarten etc. auf der Masterfolie wirken sich also global aus.
Auf der Masterfolie kannst du z. B. euer Firmenlogo positionieren, eine Hintergrundgrafik oder ein Farbelement, das auf allen Folien präsent sein soll. Halte die Masterfolie aber schlank genug, damit Copilot genug Freiraum für generierte Inhalte hat.

Schritt 4: Theme-Einstellungen statt manueller Formatierung

Agent Mode lernt aus Theme-Definitionen, nicht aus einmaligen Formatierungen. Definiere daher alles über Themes:
  • Designfarben: Gehe zu Folienmaster → Farben → Neue Designfarben erstellen und lege deine Unternehmensfarben als Palette fest (Primär-, Sekundär-, Akzentfarben).
  • Designschriftarten: Definiere Überschriften- und Fließtext-Schriftart unter Folienmaster → Schriftarten. Verwende konsistente Schriftgrößen und -hierarchien.
  • Visuelle Standardstile: Lege einheitliche Stile für Diagrammfarben, Icon-Stile, Formen (abgerundete Ecken, Rahmen etc.) und Bildplatzhalter-Stile fest.

Schritt 5: Platzhalter korrekt verwenden

Platzhalter helfen Agent Mode, die Inhaltsstruktur zu verstehen.
Best Practices:
  • Verwende Textplatzhalter statt fester Textboxen – einfügen über Folienmaster → Platzhalter einfügen.
  • Halte Platzhalter lesbar und nicht überlappend mit anderen Objekten.
  • Vermeide dekorative Elemente, die auf Text- oder Bildbereichen liegen.
  • Stelle sicher, dass insbesondere die negativen Bereiche (Freiflächen) von Objekten, speziell Textboxen, sich nicht mit anderen Objekten überschneiden – das verbessert, wie Agent Mode die Ausgabe liest und generiert.
Tipps für optimale Ergebnisse:
  • Gestalte Folientypen mit einem klar erkennbaren Zweck – wenn das Ziel jeder Folie offensichtlich ist, kann Agent Mode das passende Layout effektiver auswählen.
  • Erstelle vollständige, durchgängige Folienlayouts, die einen einzigen klaren Anwendungsfall demonstrieren. Zusammenhängende Beispielfolien – statt Sammlungen einzelner Elemente wie Icon-Libraries oder Chart-Libraries – helfen Agent Mode besser zu verstehen, wie das volle Folienlayout gedacht ist.
  • Halte die Vorlage auf wiederverwendbare Layouts fokussiert und platziere Anleitungsinhalte oder Guidance außerhalb der Vorlage.
  • Wähle Layouts, die widerspiegeln, wie du tatsächlich im Alltag arbeitest. Nutze Bilder und Icons zur Verbesserung der Lesbarkeit und des visuellen Flusses.

Schritt 6: Vorlage speichern und bereitstellen

Speichere die Datei als PowerPoint-Vorlage (.potx): Datei → Speichern unter → Dateityp: PowerPoint-Vorlage (*.potx). Dieses Format ist für die OAL-Erkennung als Vorlage erforderlich. (Word-Vorlagen werden als .dotx, Excel-Vorlagen als .xltx gespeichert.)
Lade die .potx-Datei in die Templates-Bibliothek auf deiner SharePoint-Site hoch, die du in Teil 1 als OfficeTemplateLibrary registriert hast. Die Vorlage erscheint dann in PowerPoint unter Datei → Neu → Ihre Organisation.
Alternative: Upload in ein Brand Kit – Falls du den neuen Brand-Kit-Ansatz nutzen möchtest, kannst du die Vorlage auch direkt in ein Brand Kit hochladen:
  1. Öffne die Microsoft 365 Copilot App
  2. Wähle Create im linken Navigationsmenü → More… → Brand kits
  3. Öffne dein Brand Kit → Templates
  4. Klicke Upload Template oder wähle eine bestehende Vorlage aus deiner Organization Asset Library
  5. Wähle deine .potx- oder .pptx-Datei
  6. Füge optional Meta-Tags hinzu
  7. Klicke Add to Brand kit
Offizielle Dokumentationslinks für Teil 2:
Damit haben wir unsere fertige Firmenvorlage in der Cloud. Im dritten und letzten Teil kümmern wir uns um die Bilderbibliothek – denn Copilot kann nur nutzen, was du bereitstellst und richtig beschreibst.
Wenn du den ersten Teil verpasst hast, in dem wir die SharePoint Asset Libraries konfiguriert haben, schau gerne mal rein.